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Sicherheit durch Waffengewalt: Eine bedenkliche Logik

Aus ihrem Wunsch nach Sicherheit haben Menschen über Tausende von Jahren immer wirkungsvollere Waffen entwickelt. Doch die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen im letzten Jahrhundert hat das Unvorstellbare zur Wirklichkeit werden lassen: Wir sind heute in der Lage, mit einem Schlag das gesamte Leben auf der Erde auszulöschen. Massenvernichtungswaffen zerstören wahllos unzählige Menschenleben. Zu diesen Kriegswerkzeugen zählen chemische, biologische und nukleare Waffen. Chemische und biologische Waffen werden durch internationale Konventionen geächtet, Atomwaffen aber nicht. Darüber hinaus gefährden konventionelle Waffen die Sicherheit der Menschen.
Der internationale Handel mit Kleinwaffen und leichten Waffen weitet sich stetig aus. Bürgerkriege und Auseinandersetzungen zwischen Volksgruppen sind die hauptsächlichen Einsatzgebiete für Kleinwaffen. Millionen von Menschen kommen durch sie zu Schaden.

DIE TRAGISCHE IRONIE DER MAD-DOKTRIN (MUTUAL ASSURED DESTRUCTION)

Im Kalten Krieg intensivierten sowohl der Osten als auch der Westen die Entwicklung von Kernwaffen. Sie führten zahlreiche Atomtests durch. Die Theorie der nuklearen Abschreckung basierte auf der Idee der „Mutual Assured Destruction“ (MAD), der „wechselseitig zugesicherten Zerstörung“, welche die Menschen weltweit als Geiseln hielt, lediglich einen Knopfdruck von der Vernichtung entfernt. Die MAD-Doktrin war die endgültige Bankrotterklärung der Kriegslogik. Der Krieg enthüllte sich als das, was er auf einer bestimmten Ebene schon immer war – als selbstmörderischer Pakt zwischen den Kriegsparteien.
Selbst nach dem Ende des Kalten Krieges werden noch immer Summen in Milliardenhöhe für die Erhaltung und Weiterentwicklung nuklearer Arsenale ausgegeben. Riesige Atomwaffenbestände – viele stehen unter höchster Alarmbereitschaft – können innerhalb von Minuten gezündet werden. Die Gefahr eines versehentlich ausgelösten Fehlalarms ist nach wie vor hoch.

Es zeichnen sich weitere Bedrohungen durch terroristische Gruppierungen ab. Für Terroristen – die nichts zu schützen und nichts zu verlieren haben – ist die Logik der Abschreckung bedeutungslos.

„Wir leben im Zeitalter der nuklearen Riesen und ethischen Zwerge, in einer Welt, die Brillanz ohne Weisheit, Macht ohne Gewissen erreicht hat. Wir wissen mehr über den Krieg als über den Frieden und mehr über das Sterben als über das Leben.“
—Omar N. Bradley