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Wettkampf zwischen Verzweiflung und Hoffnung

„Frieden ist ein Wettkampf zwischen Verzweifl ung und Hoffnung, zwischen Entmachtung und engagierter Beharrlichkeit.“
—Daisaku Ikeda

Seit 1983 veröffentlicht Daisaku Ikeda, Präsident der buddhistischen Laienorganisation Soka Gakkai International, jährlich einen Friedensvorschlag, der sich an die Vereinten Nationen und die Staats- und Regierungschefs der Länder auf der ganzen Welt richtet. Ikedas Friedensvorschlag von 2007 markierte den 50. Jahrestag der Verurteilung von Atomwaffen durch Josei Toda, dem zweiten Präsidenten der Soka Gakkai.

In seinem Friedensvorschlag aus dem Jahr 2007 schlug Ikeda eine internationale Dekade der Vereinten Nationen für die Abschaffung von Atomwaffen in Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft vor. Ikeda trifft sich seit vielen Jahren kontinuierlich mit führenden Politikern der Welt, um die Abschaffung von Nuklearwaffen und die Schaffung einer Kultur des Friedens zu erörtern. Zu seinen veröffentlichten Dialogen gehören unter anderem Dialoge mit Michail Gorbatschow, Linus Pauling und Joseph Rotblat. Die SGI hat Graswurzel-Aktivitäten entwickelt, um den Geist von Toda weiterzuführen. Dazu gehören Anti- Atomwaffen-Ausstellungen und Veröffentlichungen von Erinnerungen von Kriegsüberlebenden.

SGI-AKTIVITÄTEN FÜR DEN FRIEDEN UND DIE ABSCHAFFUNG VON ATOMWAFFEN

Unterschriftensammlungen

1974 sammelten jugendliche Mitglieder der SGI in Japan zehn Millionen Unterschriften, die sie im darauffolgenden Jahr dem Generalsekretär der Vereinten Nationen übergaben.

1998 trat die SGI der Kampagne „Abolition 2000“ bei und sammelte weltweit mehr als 13 Millionen Unterschriften.

2010 sammelten jugendliche Mitglieder der SGI in Japan mehr als zwei Millionen Unterschriften für die Einrichtung einer Nuklearwaffenkonvention, die den Vereinten Nationen und der NVV-Überprüfungskonferenz vorgelegt wurden.

Publikationen

Zwischen 1974 und 1985 haben jugendliche Mitglieder der SGI in Japan mehr als 3.000 Erfahrungsberichte von Opfern des Zweiten Weltkriegs und der Atombombenabwürfe zusammengestellt und veröffentlicht.

Zwischen 1982 und 1991 veröffentlichte das „Women’s Peace Committee“ (WPC) der SGI in Japan ein zwanzig Bände umfassendes Werk von Kriegserlebnissen von Frauen. 2005 produzierte das WPC eine DVD mit Augenzeugenberichten von 31 Frauen, die den Krieg überlebt haben, sowie 2006 die DVD „Zeitzeugenberichte aus Hiroshima undNagasaki: Frauen erheben ihre Stimme für den Frieden“. 2009 wurde eine  mehrsprachige Version der DVD fertig gestellt.

Ausstellungen

Die Ausstellung „Nuklearwaffen: eine Bedrohung für unsere Welt” wurde von der SGI gemeinsam mit der Presse- und Informationsabteilung der UN sowie den Städten Hiroshima und Nagasaki organisiert. Die Eröffnung fand 1982 am Hauptsitz der Vereinten Nationen statt. Die Ausstellung wurde von 1,2 Millionen Menschen in 25 Städten in 16 Ländern gesehen.

Die Ausstellung „Nuklearwaffen: eine Bedrohung für die Menschheit” startete im Jahr 1996. Sie ist eine aktualisierte Version der Ausstellung „Nuklearwaffen: eine Bedrohung für unsere Welt”. Sie wurde von einer halben Million Menschen in acht lateinamerikanischen Ländern gesehen.

„Linus Pauling und das 20. Jahrhundert” erzählt die Geschichte eines unermüdlichen Kämpfers für den Frieden und die Abschaffung von Nuklearwaffen. Seit 1998 wanderte dieAusstellung durch die USA und Japan und wurde 2003 im Hauptsitz der UNESCO in  Paris gezeigt.

Deklaration zur Abschaffung von Atomwaffen

„Wir, die Bürgerinnen und Bürger der Welt, haben ein unantastbares Recht auf Leben. Jeder, der dieses Recht gefährdet, ist der personifizierte Teufel, ein Dämon, ein Monster.“
—Josei Toda Aufruf zum Verbot von Atom und Wasserstoffbomben, 1957

Im September 1957 hielt Josei Toda, der damalige Präsident der buddhistischen Vereinigung Soka Gakkai in Japan, vor Tausenden von jugendlichen Mitgliedern eine leidenschaftliche Rede, in der er den Einsatz von Atomwaffen mit schärfsten Worten verurteilte. Er war davon überzeugt, dass es bei diesem Kampf auf einer tieferen Ebene nicht um Waffen gehe, sondern um die zerstörerischen Impulse, die der menschlichen Natur innewohnen. Sie führen dazu, Leben zu zerstören, und bilden somit die Voraussetzung für die Existenz von Atomwaffen.

Toda sagte in seiner Rede: „Ich möchte noch weiter gehen und das Problem an der Wurzel packen. Ich will das Bestialische solcher Waffen aufdecken und ausmerzen.” Da die Menschen die Atombombe erschaffen haben, glaubte Toda daran, dass Menschen auch ihre Abschaffung gewährleisten müssen. Er wollte den Zuhörenden damals begreiflich machen, dass Sinn und Zweck von Religion nicht von einer größeren sozialen und menschlichen Mission zu trennen sind.

Mit dieser Erklärung vertraute Toda den jungen Leuten die Aufgabe an, andere Menschen in diesem Geiste zu inspirieren. Sie sollen Dialoge führen, die auf dem Glauben an die Kostbarkeit des menschlichen Lebens und an die menschliche Fähigkeit zu Weisheit, Mut und Mitgefühl basieren. Er wünschte sich, dass seine Zuhörer diese Qualitäten in anderen Menschen wecken und hervorrufen und ihnen die Notwendigkeit vermitteln, Maßnahmen zur Abschaffung von Nuklearwaffen zu ergreifen.