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Bemühungen um Frieden innerhalb von Regierungen

BEMÜHUNGEN ZUR KONTROLLE UND VERNICHTUNG VON NUKLEARWAFFEN

Viele Regierungen und politische Verantwortliche haben die ernste Gefahr und die Verantwortung erkannt, die mit dem Besitz von solch unvorstellbar zerstörerischen Waffen wie der Atombombe einhergehen. Durch Verhandlungen und Verträge wird versucht, die schlimmsten Folgen ihrer Zerstörungskraft zu minimieren.

„Die Erfindung der Massenvernichtungswaffen kann nicht rückgängig gemacht werden. Aber man kann sie ächten, wie es im Falle der biologischen und chemischen Waffen bereits geschehen ist. Ihr Einsatz sollte undenkbar sein. Die Einhaltung, Verifikation und Durchsetzung von Vorschriften setzt lediglich den nötigen Willen voraus. Und mit diesem Willen liegt sogar die Abschaffung der Kernwaffen letztendlich nicht außer Reichweite der Weltgemeinschaft.“
—Kommission zu Massenvernichtungswaffen, 2006

1961

Der Antarktisvertrag tritt in Kraft. Er garantiert die friedliche Nutzung der Antarktis als atomwaffenfreie Zone. Bisher gibt es neun anerkannte kernwaffenfreie Zonen, die teilweise als solche bereits etabliert sind oder sich durch multilaterale Abkommen oder UN-Resolutionen im Aufbau befinden.

1963

Um Verseuchungen durch nukleare Abfallprodukte zu vermeiden, werden Atomtests durch den „Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser“ (PTBT) eingeschränkt.

1967

Der „Vertrag von Tlatelolco“ legt den Grundstein für eine atomwaffenfreie Zone in der Karibik und Lateinamerika.

1970

Der „Atomwaffensperrvertrag“ (NVV) tritt in Kraft. Dieser Vertrag wurde bislang von 189 Staaten unterzeichnet.

1978

Die UN-Generalversammlung hält eine Sondertagung zur Abrüstung ab.

1987

Die neuseeländische Regierung verabschiedet ein Gesetz, das die Stationierung von Kernwaffen auf neuseeländischem Territorium verbietet sowie das Befahren neuseeländischer Gewässer mit Schiffen, die mit Kernwaffen beladen sind oder mit Kernenergie angetrieben werden.

1988

Der „INF-Vertrag“, der von den USA und der Sowjetunion unterzeichnet wurde, führt zur Vernichtung von Kernwaffen mit einer Reichweite von 500 bis 5.000 km.

1989

Die Berliner Mauer fällt, als die DDR ihre Grenzen zur Bundesrepublik Deutschland öffnet.
Dies markiert das Ende des Kalten Kriegs.

1995

178 Staaten willigen in die Verlängerung des „Atomwaffensperrvertrags“ auf unbestimmte Zeit ein.

1996

Der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) wird von der UN-Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen. Der CTBT ist ein noch nicht in Kraft getretener internationaler Vertrag, der jede Art von Kernwaffentests und Kernwaffenexplosionen verbieten soll. Bis heute wurde er von 182 Staaten unterzeichnet und von 153 ratifiziert. Der Vertrag tritt allerdings erst dann in Kraft, wenn ihn alle Staaten, die über Kerntechnologien verfügen, unterzeichnet und ratifiziert haben.

2000

In New York findet eine Überprüfungskonferenz der Mitgliedstaaten des „Atomwaffensperrvertrags“ statt. Zu den Maßnahmen für eine nukleare Abrüstung gehört die Zusicherung, alle nuklearen Arsenale zu vernichten. Leider fand dieses Momentum keine Fortsetzung.

2005

Die Internationale Atomenergie-Organisation und ihr Generaldirektor Mohammed ElBaradei erhalten den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz gegen den militärischen Missbrauch von Atomenergie.

2007

Die Internationale Konvention zur Bekämpfung des Nuklearterrorismus tritt in Kraft.

2009

Im April hält US-Präsident Barack Obama in Prag eine Rede, in der er sich für eine atomwaffenfreie Welt ausspricht.

2011

Die USA und Russland unterzeichnen einen neuen START-Vertrag, der Atomsprengköpfe auf strategischen Trägersystemen (Interkontinentalraketen, U-Boot gestützte Langstreckenraketen und Langstreckenbomber) auf je 1.550 Stück reduziert. Die Überprüfungskonferenz des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) findet statt. Im Schlussdokument wird der Wunsch nach einer Nuklearwaffenkonvention einstimmig zum Ausdruck gebracht.