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Von einer Kultur der Gewalt zu einer Kultur des Friedens

Die „Internationale Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit zugunsten der Kinder der Welt“ endete im Jahr 2010. Gewalt wuchert jedoch nach wie vor ungehemmt und die Konflikte gehen weiter. Dennoch müssen wir unsere Bemühungen für eine Kultur des Friedens fortsetzen und in der ganzen Welt verbreiten.

Einer Kultur des Friedens liegen Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen zugrunde, die Gewalt als Mittel der Konfliktlösung zurückweisen. Konflikte werden verhindert, indem die Menschen deren Hauptursachen anpacken, und Probleme im Dialog klären – durch Verhandlung und Vermittlung zwischen Einzelpersonen, Gruppen sowie Nationen.

1999, am Vorabend des neuen Jahrtausends, verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution A/RES/53/243, die zu einem Meilenstein wurde. Sie trägt den Titel „Erklärung über eine Kultur des Friedens und Aktionsprogramm für eine Kultur des Friedens“.

Wie es in dieser Erklärung heißt, ist eine Kultur des Friedens viel mehr als das Nichtvorhandensein von Gewalt und Krieg. Sie umfasst die gesamte Spannweite positiver Werte und Verhaltensweisen, die erforderlich sind, um die Kultur des Krieges und der Gewalt zu ersetzen, welche die Geschichte der Menschen über 5.000 Jahre geprägt hat.

Das Aktionsprogramm schlägt acht Aktionsfelder für die Verbreitung einer Kultur des Friedens vor. Jeder dieser Punkte verweist auf entscheidende Handlungen, die wir als Einzelpersonen beziehungsweise als Nationen tätigen sollten, um eine friedliche Zukunft zu sichern.

1. Förderung einer Kultur des Friedens durch Erziehung und Bildung
2. Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung
3. Förderung der Achtung aller Menschenrechte
4. Gewährleistung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern
5. Förderung der demokratischen Partizipation
6. Förderung der Verständigung, der Toleranz und der Solidarität
7. Unterstützung einer partizipatorischen Kommunikation und des freien Austauschs von Informationen und Wissen
8. Förderung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit

„Wir fordern die menschliche Familie auf, sich mit den Wurzeln der Gewalt auseinanderzusetzenund eine Kultur des Friedens und der Hoffnung aufzubauen. Wir  wissen, dass eine andere Welt, eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens möglich ist. Gemeinsam können wir sie Wirklichkeit werden lassen.“
— Jahrhundert-Aufruf der Friedensnobelpreisträger